Weniger Stau durch gebündelte Paketzustellung 11. Februar 2020 / Mobilität & Verkehr

Lieferverkehr bündeln – das entlastet den Verkehr und die Umwelt

Im vergangenen Sommer machte ich mit ein paar Kollegen Mittag in der Kultur-Schranne. Wir saßen gemütlich draußen im Freibereich und wurden Zeugen eines sonderbaren Schauspiels. Dieses will ich Ihnen gerne schildern.

Warnblinker an, Straße verstopft, Empfänger nicht da, Fahrt umsonst

In der Augsburger Straße auf Höhe der Bücherei Wittmann parkte ein Paketzusteller seinen Lieferwagen. Nein, das stimmt so nicht. Er parkte nicht, er blieb einfach auf der Straße stehen, stellte den Warnblinker an, stieg aus, kramte ein schuhkartongroßes Paket aus dem Laderaum und verschwand in einem Hauseingang. Hinter dem Lieferwagen begann es sich zu stauen. Man hupte. Nach etwa einer Minute kam der Paketzusteller zurück – mit demselben Päckchen in der Hand – stieg wieder ein und fuhr davon. Der Stau löste sich auf und siehe da, was fuhr an uns vorbei? Der Lieferwagen eines anderen Zustelldienstes. Wenn ein Paketzusteller in einem von einem anderen Paketzusteller verursachten Stau steht, dann kann man sich als vernünftiger Mensch schon fragen: Braucht´s so einen Schmarrn wirklich? Oder gibt es keine bessere Lösung?

Mit jedem Online-Kauf nimmt der Lieferverkehr zu

In den letzten Jahren hat der Lieferverkehr enorm zugenommen. Jeden Tag gondeln die Lieferwagen mehrerer Dienste durch die Stadt. Oft behindern sie den anderen Verkehr, indem sie mitten auf der Straße stehen bleiben. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts sind Wagen von Paketdiensten verantwortlich für jeden fünften Stau in der Innenstadt. Die Alleinschuld daran liegt aber nicht an den Fahrern, sondern wir – also wir als Gesellschaft – sind die wahren Verursacher. Mit jedem Online-Einkauf schwächen wir nicht nur unsern örtlichen Handel, sondern verstärken auch noch den Lieferverkehr. Und der Anteil des Online-Handels am Gesamthandel nimmt weiter zu. Mir ist natürlich klar, dass ich diesen Trend nicht aufhalten kann. Aber gegen den zunehmenden Lieferverkehr kann man vielleicht schon etwas machen.

Bündelung der Paketzustellung am Stadtrand – und dann fährt nur einer

Man könnte den Lieferverkehr nämlich bündeln. Die verschiedenen Paketdienste könnten dann ihre Ladung in einer Sammelstelle am Stadtrand abliefern. Und von dort aus übernimmt dann ein einziger Paketdienst die Auslieferung. Welcher Dienst den Zuschlag erhält, müsste durch eine öffentliche Ausschreibung festgelegt werden – also genau wie es zum Beispiel bei der Müllentsorgung geschieht. Eine gebündelte Paketzustellung brächte einige Vorteile: weniger Lieferfahrzeuge, die den Verkehr behindern, weniger Emissionen, effizientere Fahrten. In meinen Augen ist die Bündelung der Paketzustellung ein lohnenswertes Projekt, das wir in Dachau ausprobieren sollten.

Auf den Punkt gebracht

Die vielen Lieferautos der verschiedenen Paketzustelldienste sind eine Verkehrsbelastung, die man mit der Bündelung der Paketzustellung verringern kann. Alle Dienste beliefern eine Sammelstelle. Ein einziger Dienst liefert dann in der Stadt aus.

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